Der Augsburger Stadtrat soll ein Sanierungsmoratorium am Staatstheater Augsburg beschließen

2 Jul 2020
Michael Egger
495

Sehr geehrter Frau Oberbürgermeisterin,

wir stellen hiermit folgenden

Dringlichkeitsantrag:

  1. Die Oberbürgermeisterin wird gebeten, in der Juli-Sitzung des Augsburger Stadtrates keine Beschlussvorlage zur Fortsetzung der Sanierung des Staatstheaters in der jetzt geplanten Form auf die Tagesordnung zu nehmen.
  2. Der Augsburger Stadtrat soll in der Juli-Sitzung ein Sanierungsmoratorium am Staatstheater Augsburg beschließen.
  3. Die Verwaltung wird beauftragt, in der Zeit des Moratoriums ein alternatives und belastbares Konzept für den Theaterbetrieb bzw. den gesamten Kulturbetrieb auszuarbeiten, das aufzeigt, wie das Staatstheater räumlich und inhaltlich mit dem Gaswerk verbunden werden kann.

 

Begründung:

Die Kostenentwicklung erfordert dringend eine Bestandsaufnahme und Überprüfung der gegenwärtigen Planung des Staatstheaters. Die derzeitige Entwicklung der Preise ist weder auf die Coronakrise noch alleine auf den Baukostenindex zurückzuführen. Seit 2015 ist dieser Index von 100% (2015) auf 117,2 % (2020) gestiegen (https://bki.de/baupreisindex.html).

Bezogen auf die komplette geplante Kostensumme wären das 31.992.000,- €. Bislang sind aber noch bei weitem nicht so viele Gelder ausgegeben, so dass die momentanen Preissteigerungen nicht alleine auf den Baukostenindex zurückzuführen sind, sondern auf Fehlplanungen und Mißkalkulationen.

Dies lässt schlimmes für die Kostenentwicklung für den viel komplexeren Bauteil I und dessen Sanierung befürchten.

Damit nun die Kosten nicht vollends aus dem Ruder laufen und wir hier in Augsburg kein zweites Köln oder Berlin bei der Theatersanierung erleben, muss jetzt gehandelt werden.

Statt eine Fortsetzung der ursprünglich geplanten Sanierung bereits in der Juli-Sitzung zu beschließen, muss die gewonnene Zeit des Moratoriums genutzt werden, um eine tragfähige Alternative unter der Einbeziehung des mit viel Geld hergerichteten Gaswerks, des Martiniparks und ggf. weitere Standorte auszuarbeiten.

Die Sanierung des Staatstheaters muss sich auf Bauteil I konzentrieren und die Planung für die zukünftige Nutzung des Theaters so aufgestellt werden, dass das Gaswerk und die Räumlichkeiten dort miteinbezogen werden. So könnte dort die zweite Spielstätte und die Verwaltung untergebracht werden. Das hätte gleichzeitig den Vorteil, dass das umfassend und aufwendig sanierte Gaswerkgelände einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden würde.

Gleichzeitig kann so sichergestellt werden, dass hochwertige Kulturräume nicht nur zentral im Theaterviertel angesiedelt sind.

Auf diese Weise lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen: Wir reduzieren die Kosten für das Staatstheater und haben gleichzeitig eine sinnvolle dauerhafte Verwendung für das Gaswerkareal, in dessen Ertüchtigung in den letzten Jahren viel Geld geflossen ist.

Bei der Sanierung des Bauteil I muss erneut intensiv geprüft werden, on der Bühnenturm nicht ersatzlos gestrichen werden kann, da die statische Ertüchtigung des Gebäudes Aufgrund des maroden Bühnenturms besonders kostenintensiv ist. Hier wäre sicherlich viel Geld zu sparen.

 

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Dr. Florian Freund, Fraktionsvorsitzender

Dirk Wurm, stellv. Fraktionsvorsitzender

Jutta Fiener, stellv. Fraktionsvorsitzende

Frederik Hintermayr, stellv. Fraktionsvorsitzender

Tatjana Dörfler, Stadträtin

Gregor Lang, Stadtrat

Christine Wilholm, Stadträtin

Sieglinde Wisniewski, Stadträtin

Anna Rasehorn, Stadträtin

Dr. Stefan Kiefer, Stadtrat

Christian Pettinger, ÖDP, Stadtrat

SPD-DIE LINKE stellen Dringlichkeitsantrag zum Staatstheater

Als erste(r) den Beitrag teilen!