Stadt lehnt Teilnahme als Host Town für die Special Olympic Games ab

15 Jun 2021
Michael Egger
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Schwarz-Grün lehnt Bewerbung als Host-Town für die Special Olympic Games 2023 ab – Unverständnis bei der SPD/DIE LINKE – die soziale fraktion

Am 9.3 haben wir als die SPD/DIE LINKE – die soziale fraktion beantragt, dass sich die Stadt Augsburg als Host Town für die in Berlin stattfindenden Special Olympics 2023 bewirbt.

Vom 17.bis 24.Juni 2023 ist die Bundeshauptstadt Berlin Gastgeber der weltweit größten inklusiven Sportveranstaltung. 170 internationale Delegationen –von 6 bis 400 Mitgliedern- nehmen an den Special Olympic World Games teil. Bevor die Sportler*innen nach Berlin kommen, wird jedes Nationalteam von einer Kommune in Deutschland empfangen. Das Ziel der Veranstalter*innen lautet: 170 Nationen – 170 inklusive Kommunen. Somit würde ganz Deutschland Gastgeber der größten inklusiven Sportveranstaltung werden.

Unser Antrag auf eine Beteiligung der Stadt Augsburg als Host Town wurde nun von den zuständigen Referenten, Enninger (Grüne) und Schenkelberg (CSU) abgelehnt, da die Stadtregierung weder die nötigen finanziellen Mittel von knapp 20.000 Euro für ein solches Projekt ausgeben möchte noch über ausreichende Personalressourcen verfüge.

Tatjana Dörfler, Mitglied im Sportausschuss, dazu: „Die Stadt Augsburg hat sich das Thema Inklusion groß auf die Fahne geschrieben und zuletzt mit dem 2020 beschlossenen „Aktionsplan Inklusion für die Stadt Augsburg“ einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Deshalb können wir die Entscheidung, von einer solchen Bewerbung abzusehen, nicht verstehen. Augsburg verpasst hier eine Chance, den Bekanntheitsgrad international auszubauen und ein positives Zeichen in den Bereichen Sport und Inklusion zu setzen.“

Auch die Gründe für die Ablehnung der Bewerbung sind für die SPD/DIE LINKE – die soziale fraktion mehr als fadenscheinig.

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jutta Fiener: „Das Argument, knapp 20.000 Euro seien derzeit nicht finanzierbar, erschließt sich uns nicht. Vor kurzem hat schwarz-grün noch zusätzliche Kosten von 500.000 Euro pro Jahr für neue Stellen in der Kommunikationsabteilung des OB-Referats durchgedrückt. Jetzt sollen einmalig 20.000 Euro nicht da sein. Es scheitert meines Erachtens nicht am Geld, sondern an der Verteilung der Mittel und am politischen Willen. Hier sind der schwarz-grünen Stadtregierung Marketingkampagnen ganz offensichtlich wichtiger als ein wichtiges Zeichen für Menschen mit Behinderung und deren Partizipation zu setzen.“

SPD-Landtagsabgeordneter Harald Güller, der die Idee der Bewerbung mit der Stadtratsfraktion besprochen und auf den Weg gebracht hat, ist über die bisherige Reaktion der Stadtführung enttäuscht: “Allein schon das Verfahren zur Bewerbung als Host-Town hätte für Inklusion im Sport in Augsburg und für zusätzliche Aufmerksamkeit für das Thema, eine Menge bringen können.”

Harald Güller: “Aber ich sehe den Zug für Augsburg noch nicht ganz abgefahren.”

Auf seine Initiative hin steht das Thema im Landkreis Augsburg kommende Woche auf der Tagesordnung: “Und da sind die Zeichen für eine Beteiligung viel positiver. Vielleicht bewegt sich dann ja auch in Augsburg noch was”, so die Hoffnung von Güller.

F.d.R.

Sebastian Pröbster

Stellv. Geschäftsführer

Pressemitteilung der SPD DIE LINKE zur Ablehnung der Bewerbung als Host Town für die Special Olympics

 

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